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Sony Corporation, Tokyo

CRF - V21: Testbericht © weltweit hören

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überarbeitet am 23.10.2010

Sony CRF-V21 : Ein KW-Empfänger der Zukunft - live zum Ausprobieren.

Der neue Empfänger CRF-V21 von Sony zeigt einmal mehr, wie Rundfunkgeräte der Zukunft aussehen können. Weder einmal ist es diesem japanischen innovativen Unternehmen gelungen, etwas völlig Neues auf den Markt zu bringen, mit dem zumindest die nicht gerechnet haben, die nicht bereits hinter vorgehaltener Hand schon zuvor informiert worden waren.
Der CRF-V21 empfängt in der auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellten Version alle Frequenzen von 9 kHz bis 30 MHz durchgehend mit einem Frequenzraster von wahlweise 10 Hz und 1 kHz. Hinzu kommen serienmäßig der UKW-Bereich von 76 MHz bis 108 MHz, sowie die Satellitenfunkfrequenz 137,62 MHz. Hier senden Satelliten in FAX Wetterfotos aus geringer Höhe, die sich dank hervorragender Auflösung für regionale und lokale Wettervorhersagen eignen. Mit einem METEOSAT-Konverter und einem entsprechenden, ebenfalls von Sony erhältlichen Antennensystem sowie einem Konverter ist der Empfang dieses geostationären Satelliten auf 1.691 MHz und 1.694,5 MHz möglich. Auch hier: FAX-Empfang erlaubt eine weiträumige Wettervorhersage.
Als echte Sensation lassen sich die FAX-Bilder mit einem integrierten Drucker gleich für das Logbuch ausgeben! Die Auflösung ist recht gut—wie zahllose Printouts auf der Ausstellung zeigten. Für Fachleute: Die Auflösung beträgt 860 Punkte mit 16 Graustufen. Über FAX hinaus hat man auch an die Funkfernschreibfreunde gedacht und einen kompletten RTTY-Decoder eingebaut, der automatisch Sendungen in Baudot erkennt und dekodiert - zahlreiche Nachrichtenagenturen ebenso wie Wettersendungen oder Funkamateure.
Ein weiteres wichtiges Merkmal sind Bedienungskonzept und Informationsdisplay. Das Bedienungskonzept orientiert sich eindeutig an der Computertechnik mit Menüs und alphanumerischer Steuerung. So lassen sich bis zu 350 Frequenzen mit allen notwendigen Daten einschließlich einer Senderkennung aus Buchstaben und Ziffern speichern. Gottseidank verfugt der Empfänger aber zudem - für Suchempfang - über ein ganz normales Handrad zum Frequenzwechsel- Die ganze Computerherrlichkeit ist übrigens durch die RS-232C-Schnittstelle auch von außen aus ansteuerbar. Die Bedienung der zahllosen Funktionen wird durch das riesige LCD-Feld erleichtert. Als weitere Neuerung, die mit Sicherheit Schule machen wird, ist ein integrierter Spektrumanalyzer zu erwähnen, der wahlweise im HF- und im NF-Bereich funktioniert. Im HF-Bereich läßt sich ein Bereich von 200 kHz darstellen: jedes Signal als keine Säule. Mit einem Zeiger kann dann in Betriebssart "Empfang" auf das gewünschte Signal gefahren werden. Eine solche Einrichtung - diese hier arbeitet mit einem erstaunlichen guten Dynamikbereich von ca. 60 dB - ist bisher nur als zudem nicht einmal preiswertes Zubehör zu erwerben. Besonders für Bandanalysen eignet sich diese Einrichtung und für das Absuchen leer erscheinender Bänder. Im NF-Bereich leistet der Spektrumanalysator vor allem bei der präzisen Einstellung von RTTY und FAX-Signal sehr gute Dienste. In der Betriebsart Funkfernschreiben werden Mark und Space - die beiden Signale eines RTTY-Zeichens - als zwei kleine und klar voneinander getrennte Berge dargestellt. Daraus läßt sich im übrigen auch die Shift - der Abstand beider Signale - ersehen. In FAX wird mit dem NF-Spektrumanalysator ebenfalls die Einstellung sehr erleichtert.
Wie gut sich mit dem Empfänger arbeiten läßt, konnten zahllose Interessenten auf der Funkausstellung bereits ausprobieren— Radiowelt-Tester Rainer Lichte verdiente sich am Sony-Stand ein paar Extra-Groschen und beriet die Hörer.
Wann nun das Gerät ausgeliefert wird, zu welchem Preis und ob es überhaupt in die Bundesrepublik kommt, waren alles offene Fragen. Jens von Coburg, Marketingmanager dieses Bereiches "Zunächst einmal gehen die beiden funktionstüchtigen Geräte sowie ein Schaustück nach Tokyo zurück. Die Serienfertigung soll erst im März 1988 aufgenommen werden.« Bei einem geschätzten Preis in der Größenordnung von etwa 7.000 DM wird der Kreis potentieller Käufer eingeschränkt. Von Coburg sucht daher seine Kunden im Bereich der Funkamateure und der Freizeitskipper. Ob das Gerät überhaupt in der BRD verkauft wird, ist noch unsicher. Mit Sicherheit bekommt der Empfänger in der ausgestellten Version keine FTZ-Nummer. Andererseits dürfen aber gerade Funkamateure derartige Geräte auch ohne FTZ-Nummer kaufen und betreiben. Jeder, der das Gerät gesehen hat, würde es jedenfalls außerordentlich schade finden, wenn dieser aufsehenerregende Empfänger "draußen" bleiben müßte.

Von seinem Konzept besonders der leichten Bedienung und dem hochinformativen LC-Display her wird der CRF-V21 eine Trendsetter-Rolle für Kurzwellenempfänger der 90er Jahre haben. Auch der ICF-2001 und der ICF-2001D aus dem selben Haus waren Geräte, die die Konkurrenz immer noch nicht verkraftet hat - so groß ist der Vorsprung und der Wille, fortschrittliche Technologie auch durchzusetzen.

© wwh