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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW1: Testbericht © weltweit hören 6 / 1988

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überarbeitet am 30.10.2010

Double conversion superhet

Digital display, 5 kHz

AM, FM (VHF)

Selectivity -6 dB/ -60 dB

Sensitivity

Tuning LED, frequency keypad, 10 memories, clock, timer

SONY ICF-SW1 S - Der Kleine aus dem Koffer

Was niemand auf Anhieb vermutet, sieht man vor sich ausgebreitet, wenn man das stabile graue Kunststoffköfferchen öffnet: eine vollständige Empfangsausrüstung für alle Rundfunksender. Sony, schon immer Vorreiter für Innovationen und neue Ideen, hat da was kreiert, was sicherlich bald Nachahmer finden wird.
Es wurde aber auch an alles Notwendige gedacht. Von der Aktivantenne (mit vier Mignonzellen zu speisen), die auch mittels Saugnapf bis zu drei Meter vom Empfänger entfernt z.B. am Hotelfenster befestigt werden kann, über das universell verwendbare Netzgerät und einen stereofähigen Kopfhörer, ist neben dem Empfänger alles vorhanden, was man zum fast problemlosen Rundfunkempfang braucht. Das Gerät ist übrigens auch unabhängig von den Zusatzteilen zu betreiben.
Rundfunkempfang, aber auch nur diesen und nicht mehr, denn das kleine Empfängerchen, lediglich mit zwei Mignonzellen bestückt und auch mit der versenkbaren Stabantenne zu betreiben, läßt sich im Kurzwellenbereich bis 26,1 MHz nur in jeweils 5 kHz-Schritten abstimmen. Das reicht allemal für gut hereinkommende Stationen, aber Empfangsverbesserung durch Nebenbeiabstimmung oder gar SSB-Empfang sind nicht möglich. Aber das entspräche wahrscheinlich auch nicht dem Konzept von Sony, die eben Rundfunkempfänger für weltweiten Empfang anbieten, aber keine Amateurfunkempfänger oder kommerziellen Geräte. Im Lang- und Mittelwellenbereich ist eine Schrittweite von 3 kHz bei Langwelle und eine von 9 auf 10 kHz umschaltbare auf Mittelwelle vorgesehen. lm UKW-Bereich wird das Raster auf 50 kHz gesetzt. Das ist in jeder normalen Empfangslage eine befriedigende Lösung.
Der Empfänger ist auf Anhieb gut zu bedienen und läßt in seinem Eingabe und Anzeigenteil keine Wünsche offen. Wer sich über zu kleine Knöpfe und Tasten beschwert, muß sich ein größeres Gerät beschaffen, denn die Grösse der Tasten und Knöpfe wird auch von der Größe des Gerätes selbst bestimmt. Trotzdem ist der SW1S "innen größer als aussen" - denn was an Empfangsleistung festzustellen ist, reicht fast an den größeren Bruder, den 2001 D, heran. Ohne jedoch dessen Möglichkeiten zur Empfangsverbesserung zu haben, wie kleinere Einstellschritte, genauere Anzeige, SSB-Empfang und Filterwahl. Der äußere Eindruck ist der Art, wie ihn höherwertige Technik heute oft bietet, nämlich ausgezeichnet. Trotzdem ist die Schrittweite der Frequenzeinstellung auf Kurzwelle mit 5 kHz das große Handicap dieses Empfängers. Es ist durchaus möglich, daß bei wesentlich preisgünstigeren Geräten mit analoger Abstimmung (dann fehlt natürlich wieder die digitale Frequenzeingabe) ein Sender besser eingestellt werden kann.
Nicht nur mit der Normtastatur kann die Frequenz eingegeben werden, sondern auch mit der UP- und DOWN-Taste läßt sich der Sender einstellen, so ist auch der Suchlauf möglich. Zehn Frequenzspeicher sind belegbar und auf Tastendruck abzurufen. Die Betriebsart "AM" oder "FM" braucht nicht vorgewählt zu werden, sondern stellt sich automatisch bei Aufruf des Speichers ein. Bei Tasteneingabe der Frequenz muß man natürlich den jeweiligen Bereich (UKW, KW, MW, LW) vorwählen.
Die eingebaute Digitaluhr zeigt die eingestellte Zeit im 24 h-Takt an, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Schaltet man ein, erscheint die zuletzt eingestellte Frequenz auf der Digitalanzeige, und, wenn aufgerufen, auch die Speichernummer. Die Uhr läßt sich als Timer und als Einschlafautomatik mit unveränderlicher Vorlaufzeit von 65 Minuten verwenden. Wichtig und immer zu beachten ist der Schutzschalter mit der Bezeichnung KEY PROTECT, der verhindert, daß sich das Gerät beim Transport selbst einschaltet und daß gerade dann die Batterien leer sind, wenn man das Gerät braucht. Die Batterien reichen übrigens bei täglichem Betrieb von ca. 30 Minuten, die Zeit eines normalen Nachrichtenblockes mit Kommentar, rund drei Wochen und sind damit für eine normale Reisedauer ausreichend. Hört man öfter und länger, so empfiehlt es sich, das Netzgerät zu benützen.

Zusammenfassend kann man feststellen, daß hier mit einer guten ergonomischen Bedienung ein leistungsfähiger Miniaturempfänger zu einem stolzen Preis angeboten wird. Die in diesem Preis enthaltenen Zubehörteile und den Koffer muß man natürlich auch berücksichtigen.

Wir sahen bei der Firma Radio Kölsch in Hamburg, der wie übrigens für die leihweise Überlassung des SONY SW1S danken, einen SONY 2001 D, der mit Aktivantenne und Kopfhörer im Set nur 300 DM mehr kostet - den würden wir in jedem Falle vorziehen. Es sei denn, wir haben eine besondere Vorliebe für Miniaturgeräte.

weitere Lektüre:
d: Kurzwelle im Liliputland mit System: Sony ICF - SW1S, Nils Schiffhauer, funk 10 / 1987

© tth, wwh 6 / 1988