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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW7600 G: Testbericht © agdx wwh 12 / 1994

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überarbeitet am 30.10.2010

Double conversion superhet, I.F. 55,845 MHz, 455 kHz

Digital display, 1 kHz,
fine tuning with thumbwheel

AM, AM-Sync, SSB, FM (VHF)

Selectivity -6 dB/ -60 dB

Sensitivity

Attenuator DX / Local,

20 memories, clock, timer, FM Stereo via headphones

Reisebegleiter SONY ICF-7600G

"Konkurrenz belebt das Geschäft" - ein altes Sprichwort, das auch für den an Herstellern armem Markt für kurzwellentaugliche Empfänger gilt. Es war darum abzusehen, daß Sony dem Yachtboy 400 ein entsprechendes Modell gegenüberstellen würde. Im Oktober kam er dann endlich auf den Markt, der Sony ICF 7600G.
Für unseren Praxistest haben wir neben dem YB 400 auch das Vorgängermodell zugezogen. Andere Mitbewerber können derzeit in diesem Preis-Leistungsbereich nichts entsprechendes bieten, aber bis zur nächsten Funkausstellung (1995) wird sich das bestimmt noch ändern.
Die Abmessungen des ICF 7600G stimmen ziemlich mit denen seines Vorgängers überein. Der YB 400 ist vom Volumen her etwas größer, was wohl auch der Grund für den besseren Klang ist; in ein größeres Gerät geht eben auch ein größerer und in der Regel besserer Lautsprecher gut zu plazieren.
Die Bedienungskonzepte von Sony und Grundig unterscheiden sich. Während der ICF 7600G auf den Erfahrungen seines Vorgängers basierend ausschließlich per Tastenfeld zu bedienen ist, verfügt der YB 400 noch über ein Drehrad. Neben der Frequenzeingabe über das Tastenfeld kann über das rechts unten liegende kreisbogenförmige Tastenfeld mittels je zwei UP- bzw. DOWN-Tasten abgestimmt werden. Mit den inneren lassen sich Frequenzänderungen auf je I kHz genau bewirken, die äußeren gehen auf Kurzwelle in 5 kHz-Schritten. Auf Mittelwelle sind 9- bzw. 10-kHz-Schritte vorgesehen; der Umschalter sitzt sinnigerweise im Batteriefach hinter den Batterien. Beim Vorgänger war auf MW diese Auswahl nicht gegeben.
Nach wie vor schlecht gelöst ist die Einstellmöglichkeit der Uhr. Falls man sich beim ersten Einstellversuch vertut, sollte man ein RESET machen. Dies geht aber nur, wenn man die Batterien aus dem Fach entfernt, nur dann kommt man an diese Taste ... weshalb wir es bleiben ließen und weiter auf unsere Chronographen am Handgelenk vertrauten.
Wie bereits erwähnt orientiert sich das Gerät an seinem Vorgänger. Die Zehner-Tastatur hat eine fühlbare Markierung auf der Fünf. Der Schiebe-Druck-Schalter zur Inbetriebnahme des Gerätes ist ebenso sinnvoll wie der KEY PROTECT, der vor unabsichtlichem Einschalten und damit unnötigem Stromverbrauch schützt. Apropos Stromverbrauch: Im Gegensatz zum YB 400 mit seinen sechs Batterien genügen hier vier. Trotzdem sollte man auf ein Netzteil nicht verzichten, das allerdings bei beiden Geräten nicht zum Lieferumfang gehört. Das Display ist etwas kleiner geraten, zeigt aber die Daten in genügender Größe und guter Lesbarkeit an.
Im Empfangsbereich von 150 kHz bis 22 MHz, den wir uns ausführlicher anhörten, war die Empfindlichkeit als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Der Empfänger ist zwar als Doppelsuper ausgelegt, doch einige Spiegelfrequenzen sind vorhanden, jedoch längst nicht so viele wie bei seinem Vorgänger. In den Abendstunden sind zwischen 5000 und 5200 einige starke Sender aus dem 49-m-Band zu vernehmen, auch oberhalb 8 MHz waren nicht dorthin gehörende Signale vernehmbar. Es sind jedoch keine eigentlichen Rundfunkbänder betroffen. Wir haben das Gerät auch an Aktivantennensystemen der Firma Grahn betrieben (GS2-SE bzw. GS2) und stellten fest, daß damit die Spiegelfrequenzen verschwanden und zudem das Signal etwas kräftiger und vor allem rauschfreier wurde. Ein guter Preselektor mit einer kurzen Wurfantenne könnte aber durchaus auch die Spiegelfrequenzen zumindest vermindern. Schlecht ist dabei allerdings, dass sich die eingebaute Teleskopantenne, die etwas länger als beim Vorgängermodell ist, nicht abschalten läßt, somit der externe Antennenanschluß nicht optimal genutzt werden kann.
Der Sony ICF 7600G verfugt ab Werk nur über einen Filter von ca. 5 kHz Bandbreite, der YB 400 verfügt über zwei verschieden breite. Für die internationalen Kurzwellenbänder ist dieses Filter gut bemessen, wenn die Stationen das 5-kHz-Raster einhalten. Bei den Utility-Stationen und in den Tropenbändern sieht es da schon etwas anders aus, wenn die Stationen etwas enger beieinander sitzen. Einen gewissen Ausgleich schafft hier der Synchrondetektor, dessen Seitenbänder separat angewählt werden können. Sicher bastelt schon der eine oder andere Pfiffikus an einer Filtermodifikation, ob sich das aber rechnet ist eine andere Sache, denn mehr als DM 100 wird wohl keiner dafür anlegen wollen.
Der SSB-Empfang ist etwas besser als beim Vorgänger, auch der YB 400 bringt keine so guten Ergebnisse. Die Einstellung erfordert bei allen drei Geräten viel Fingerspitzengefühl. Gewöhnungsbedürftig ist, daß man zuerst mit der 1-kHz-Einstelltaste grob abstimmt und dann mit einem rechts gelegenen Rändelrädchen SSB FINE TUNE exakt abstimmt.
Im UKW-Bereich liegt der Yachtboy klar vorne. Der Sony ist zwar verbessert worden, aber Stationen mit weniger als 300 kHz Abstand sind nicht immer einwandfrei getrennt worden. Unser Testbeispiel: In Nürnberg ist auf 100,3. MHz das DeutschlandRadio (DLF) zu empfangen, auf 100,6 Antenne Bayern. Zudem klingt das Gerät auch über Kopfhörer (Stereo wie beim YB) nicht so angenehm für europäische Ohren wie der Yachtboy 400.

Wem können wir nun diesen Reiseempfänger empfehlen? Wie sein Vorgänger und der Yachtboy 400 ist er ganz sicher keine DX-Maschine. Er reicht aber sehr wohl für den "Alltagsgebrauch", insbesondere auf Reisen, und ist ein gutes Einstiegsgerät für solche, die noch nicht wissen, ob sie sich mehr mit der Kurzwelle beschäftigen möchten oder nicht. Der Marktpreis von rund 328 bis 348 DM (Yachtboy 400: 338 bis 368) entspricht etwa zwei Monats-Taschengelder eines 14-jährigen, weshalb man das Gerät gerade in Hinsicht auf bestimmte Termine in Betracht ziehen sollte. Ein noch schärferes (engeres) Filter oder eine Bandbreitenumschaltung wären eine nützliche Weiterentwicklung gewesen. Wer bereits mit Sony-Geräten Erfahrungen hat wird die Bedienelemente sinnvoll und praktisch finden, auch wenn sie wegen des geringen Platzes teils nicht allzu groß geworden sind. Das Gerät ist mit geringen Einschränkungen auch für Blinde und Sehbehinderte geeignet. Der Batterieverbrauch hängt von den eingesetzten Batterietypen ab. Im Testbetrieb erzielten wir Laufzeiten von 12 bis über 30 Stunden Gesamtdauer im allerdings zeitweise unterbrochenen Betrieb.

Technische Daten
Frequenzbereiche: LW: 150 - 529 kHz; MW: 530 - 1620 kHz; KW: 1621 - 29999 kHz; UKW: 87,5 - 108 MHz
Zwischenfrequenz: AM: 55,845 MHz / 455 kHz; UKW: 10,7 MHz

Ausgänge: Aufnahme (LINE OUT), Kopfhörer (kleine Klinke)
Stromversorgung: 6 V (4 Batterien) oder Netzteil (separat)
Abmessungen: ca. 192 x 118 x 33 mm
Gewicht: ca. 620 g inkl. Batterien
Zubehör im Beipack: Wurfantenne, Tragetasche und Wellenhandbuch
Preis: ca. DM 330,- / 340,-
Preis- /Leistungsverhältnis: ****(*)

© wwh 12 / 1994