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Sony Corporation, Tokyo

ICF - 7600 W: Testbericht © addx, Rainer Lichte

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überarbeitet am 30.10.2010

Single conversion,

Analog dial, bandspread dials for 75, 49, 31, 25 and 19 meters

AM, FM (VHF)

Selectivity -6 dB/ -60 dB
6,1 kHz/ 17 kHz

Sensitivity
AM 6 - 7 uV

Im Ausland schon länger auf dem Markt, in einer postfrommen Version jetzt auch in Deutschland zu haben: der ICF-7600W von Sony ist ein gediegener Kleinempfänger mit fünf wichtigen KW-Rundfunkbereichen plus MW und UKW. Sicherlich ist dies kein Gerät für den ernsthaften DXer, sondern ein kleiner, vielseitiger Reisebegleiter. Die äußere Ähnlichkeit mit der Boy-Serie von Grundig ist verblüffend;der ICF-7600 wurde jedoch schon 1978 im Ausland angeboten. Der kleine Sony hat die FTZ-Nummer U- 185.

Das Gerät
Der ICF-7600 W könnte als kleines Kofferradio klassifiziert werden, aber ein Taschenempfänger ist er nicht mehr. Die geringen Abmessungen (18 x 3.2 x 12, B H T in cm) machen das Gerät jedoch sehr transportabel. Die solide Ausführung mit Aluminiumfrontplatte und teilweise versenkten Bedienungselementen macht insgesamt einen guten Eindruck. Bis auf den Drehknopf für die Sendereinstellung sind alte Einstellorgane auf der Vorderseite; das Gerät ist für liegenden Betrieb konzipiert. Etwas mehr als die Hälfte der Gerätefront nimmt der 7,7 cm grosse Lautsprecher ein. Dabei handelt es sich um den gleichen Spezialtyp, der im ICF-6800 W für den verblüffend guten Klang sorgt. Auf der rechten Seite dominiert die Flächenskala für die KW-Bereiche 19, 25, 31, 49 und 75 Meter. Wohl wegen USA-Export fehlt das 41 m-Band.
Daneben gibt es in schlecht lesbarer Ockerfarbe die Skalen für MW, in grossen weißen Ziffern die Markierungen für UKW. Diese Skalen sind einfach auf die Gerätefront gedruckt. Der helle Streifen rechts außen ist eine von 0 bis 10 unterteilte Hilfsskala ohne großen Wert. Der vertikal laufende Zeiger ist auf den KW-Bereichen silberfarben, auf der Hilfsskala rot. Umgekehrt wäre die Farbwahl günstiger gewesen. Allgemein erscheinen die Skalen für UKW und MW eher wie ein Provisorium.
Links neben dem Fenster für die KW-Skalen hat der Lautstärkesteller (Schiebepotentiometer) seinen Platz gefunden. Gerade darunter befindet sich der Schiebeschalter für die Klangbeeinflussung, mit den Stellungen H (high), L (low) und NEWS (Nachrichten). H und L sind normale Tonblenden, wobei die Stellung H besonders bei UKW-Empfang die Möglichkeiten des exzellenten Kleinlautsprechers zur Geitung bringen kann. Bei L werden die Höhen deutlich abgesenkt. Interessant ist die Stellung NEWS: mittels eines etwas aufwendigen RC-Filters wird ein Frequenzgang "vorprogrammiert", der dem typischen Modulationsinhaft von KW-Sendern entspricht. Die Funktion entspricht praktisch einem Präsenzfilter mit guter Sprachakzentuierung. Höhen und Tiefen sind entsprechend gedämpft.
Rechts oberhalb des Klangschalters findet sich der Wahlschafter für die fünf KW-Bänder; der KW-Bereich selbst wird mit der darunter liegenden Drucklaste angewählt. Rechts neben dieser Bereichstaste sind die im gleichen Tastensatz untergebrachten Schalter für MW und UKW. Eingeschaltet wird das Gerät durch Druck auf eine der Bereichstasten SW, MW oder FM, ausgeschaltet durch die kleine Taste rechts unten, die die jeweilige Bereichstaste zurücksetzt und damit das Gerät ausschaltet.
Oberhalb der FM-Taste befindet sich eine 1.5 mm große LED, die bei genauer Abstimmung hell leuchtet. An der rechten, oberen Schmalseite (tut mir leid, Linkshänder) ist der Drehknopf für die Sendereinstellung. Dieser Knopf ist recht klein und nur leicht geriffelt; die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, da wegen der geringen Gehäusetiefe der Knopf nicht umfaßt werden kann. Eine 60 cm lange Teleskopantenne ist der Wellenfänger für KW und UKW. An diese Antenne wird auch eine eventuell zu benutzende Drahtantenne für KW angeschlossen. Dabei gibt es ein interessantes Detail: der an der Antennenspitze speziell ausgearbeitete und in der Bedienungsanleitung erwähnte Anschlußpunkt ist kapazitiv (!) mit der Schaltung gekoppelt. Dies geschieht durch einen winzigen, in die Antennenspitze eingearbeiteten Kondensator. Die Gründe sind eindeutig: Sicherheit und Zwangsanpassung des Langdrahtes.
Tonbandaufnahmebuchse, Ohrhörerbuchse und eine Trageschlaufe vervollständigen die Ausstattung des Gerätes. Auf der Gehäuserückseite befindet sich eine sauber ausgearbeitete Weltzeitkarte. Als Stromversorgung werden vier kleine Stabzellen (AA) benötigt, oder man schließt ein Steckernetzteil (nicht im Lieferumfang) an die vorgesehene Buchse an. Fernerhin gibt es einen 12-Volt Adapter für Auto- und Campingbetrieb.
Die gesamte Schaltung läßt sich funktionsfähig in Minuten ausbauen; sämtliche Abgleichpunkte sind ohne Probleme erreichbar. Die Serviceanleitung (nicht im Lieferumfang) ermöglicht auch dem Hobbyelektroniker einen allfälligen Nachabgleich der Antennenkreise.

Betriebsergebnisse
Das Gerät wurde auf Reisen im In- und Ausland getestet: in Hotelzimmern, Wohnungen, Fabriken und auf Parkplätzen bei Reisepausen. In einem Hotelzimmer in Holland konnten gegen 23 Uhr diese Ergebnisse erzielt werden:
MW 43 Stationen sauber
KW jeweils 6 - 12 Stationen sauber,
FM 15 Stationen sauber.
Die Empfangsleistung ist also durchaus zufriedenstellend. In keiner Weise sind das jedoch die Frequenzskalen, die schlecht abzulesen und zu weiträumig geteilt sind. Die enorme Spreizung - ca. 300 kHz auf je 5 cm Skalenlänge - läßt genug Raum für eine deutlichere Markierung. Knöpfe und Schalter arbeiten einwandfrei. Die Stellung NEWS der Tonblende ist auf KW ausgesprochen wirksam. Im Freien reicht die maximale Lautstärke manchmal nicht, um gute Verständlichkeit zu erzielen. Die Stabantenne sitzt fest im Gehäuse und läßt sich in jeder Stellung festsetzen; wichtig für UKW-Empfang. Die eingebaute Ferritantenne zeigt auf dem MW-Bereich kaum Richtwirkung. Wegen fehlender Bandbreitenschalter, HF-Einsteller, S-Meter und Antennenanpassung wurden DX-Versuche nicht ernsthaft durchgeführt.

Wertung und Kritik
Der ICF-7600 W ist ein angenehmer und zuverlässiger Reisebegleiter für den KW-Interessenten. Die Beschränkung der KW-Bänder auf die Rundfunkbereiche, die dann mit enormer Spreizung verfügbar sind, ließ das Fehlen einer Feinabstimmung verschmerzen. Wegen der ungenauen Skalierung ist das Auffinden der gesuchten Nachrichtenstationen nicht gerade einfach. Man dreht eben, bis man Deutsch hört. Diese Sender strahlen durchweg mit einer Leistung, die ihre Sendungen unüberhörbar macht. Hier sehen wir auch das Einsatzgebiet dieses Gerätes: Nachrichtensendungen des In- und Auslandes zu hören. Ein - wenn auch noch so kleines - Abstimminstrument wurde schmerzlich vermißt. Die LED-Abstimmhilfe funktioniert nur auf UKW eindeutig. Der Steuerkreis spricht leider auch auf Störgeräusche an, und so dient die LED auf MW und KW eher als Betriebsanzeige. Die Trennschärfe läßt trotz Verwendung von Keramikfiltern zu wünschen übrig; trotzdem entspricht die allgemeine Empfangsleistung auf MW und KW der eines normalen grossen Kofferradios dieser Preisklasse. Der UKW-Teil ist eher besser als in größeren Radios; neben überraschend guten Werten für Empfindlichkeit und Trennschärfe ist der erreichbare Signal/ Rauschspannungs- Abstand bemerkenswert; er liegt bei sehr guten 54 dB. Der Klangeindruck bei sauber abgestimmten Sendern verblüffte so manchen zufälligen Mithörer. Vom Tonbandausgang konnten tadellose Mono- Aufnahmen mitgeschnitten werden. Im Ganzen gesehen ist die Empfangsleistung dieses Kleinempfängers erstaunlich.
Als ein Mangel wurde das Fehlen einer gummierten Auflage auf der Rückseite empfunden. Einige unschöne Kratzer auf Möbeln zeigen diese Vergeßlichkeit der Konstrukteure bleibend an. Die winzigen vorhandenen Gummipunkte können gerade noch das Wegrutschen des Gerätes bei der Bedienung verhindern. Fernerhin gibt es keine Trage- oder Schutztasche. Die solide Ausführung macht dies zwar nicht unbedingt notwendig, aber die mattschwarze Farbe auf der Frontplatte hält nicht ewig. Gravierendster Fehler ist aber das Nichtvorhandensein eines S-Meters. Hier sollte Sony Abhilfe schaffen. Empfangsmäßig ist dieser kleine Sony einem normalen, großformatigen Kofferradio ohne DX-Auslegung mindestens ebenbürtig. Im geringen Volumen ist wohl das größte Positivum des ICF-7600 W zu sehen. Aufgrund des Kleinformates sollten Bedienungsprobleme wie schlechte Skala und fehlendes S-Meter in Kauf genommen werden, obwohl technisch andere Lösungen denkbar wären. Die Schaltung zeigt einige unkonventionelle Detaillösungen und bedarf eines eingehenden Studiums. Insbesondere ist ein Vergleich mit der Schaltung des Yacht-Boy 120 empfehlenswert.
Das Verhältnis Preis/Gegenwert ist für die Größe und die damit verbundenen Vorteile noch akzeptabel.

Sony ICF-7600 W Technische Daten und Meßwerte
Hersteller Sony
Vertrieb Fachhandel
Gerätetyp kleiner Reiseempfänger
Schaltungstyp Superheterodyne
Frequenzbereiche

KW1: 3.9 - 4.0 MHz KW2: 5.9 - 6.2 MHz KW3: 9.3 - 9.8 MHz
KW4: 11.7 - 12.0 MHz KW5: 15.1 - 5.5 MHz MW, UKW

Frequenzanzeige Analogskala
Ablesegenauigkeit 10 kHz auf KW
Frequenzstabilität bei DeltaT von 10 Grad C +/- 1.5 kHz, innerhalb 1 Stunde +/- 1 kHz
Besonderheiten Kleinformat, nur Rundfunkbänder

HF-Teil: Empfindlichkeit: in uV an 50 Ohm bzw. 1 KOhm bei BC
0,1 MHz - 1.5 MHz für 26 dB S+ N/N
2 MHz - 30 MHz für 6dB S+N/N
Modulation AM, 400 Hz, 30 Prozent

Frequenz (MHz) AM
0.5 26
1 21
1.5 16
4 7
6 7
10 6
12 8
15 8

Trennschärfe (kHz) 7 MHz + 1 MHz

  -6 dB -60 dB
breit 6.1 17

Spiegelfrequenzsicherheit besser als 42 dB
Antennen Stalbantenne 60 cm, Ferritantenne
Antennenanschluß Langdraht über Kondensator in der Antennenspitze
Sonstiges UKW Empfindlichkeit 3.6 uV/26 dB

NF-Teil
Leistung 280 Milliwatt, 10% THD
Tonblende High, Low, Präsenz
Lautsprecher 7.7 cm Durchmesser, Spezialtyp
Anschlüsse Ohrhörer, Aufnahme
Stromversorgung AA-Zellen, 4 Stück; Steckernetzteil über Schaltbuchse
Leistungsaufnahme 0. 1 - 0.25 Watt
Maße 18 x 12 x 3.5 BHT in cm
Gewicht 635 Gramm mit Batterien
Bestückung 13 Transistoren, 1 FET, 2 IC
FTZ-Nummer U-185
Preis ca. DM 275,-

© Kurzwellenempfänger, Qual der Wahl, Rainer Lichte