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HF - 4E: Testbericht © kurier 22 / 1998

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überarbeitet am 2.11.2010

NASA HF-4E: Senkrechtstarter aus dem Königreich

Double conversion superhet, 1st I.F. 45 MHz, 2nd I.F. 455 kHz

Digital display, 1 kHz

AM, LSB / USB

30 kHz - 30 MHz

Selectivity -6 dB
6 / 2,6 KHz

Sensitivity
ca. 1 uV

Attenuator

10 memory channels

Mit dem HF-4E von der vor allem im maritimen Bereich bereits hinlänglich bekannten und angesehenen britischen Firma NASA steht ein Kommunikationsempfänger zur Verfügung, der einen preisgünstigen Einstieg in den Weltempfang auf Kurz-, Grenz-, Mittel-, Lang- und Längstwelle erlaubt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des HF-3 (bzw. SRX-100/200): Beibehalten wurden das einfache Bedienungskonzept, der robuste Aufbau und die Konzentration auf die wichtigsten Ausstattungsdetails. Gleichzeitig konnten die technischen Werte und somit die Empfangsleistungen nochmals verbessert werden. Wie sich der Empfänger in der täglichen Empfangspraxis verhält, sollte sich im Rahmen von Erprobungen und Vergleichen mit anderen Empfängern herausstellen.

Aufbau und Ausstattung
Der HF-4E ist angetreten, eine bislang bestehende Angebotslücke zwischen den besseren Reiseradios wie Sony ICF-SW7600G oder Sangean ATS-909 und den kleineren Kommunikationsempfängern wie Lowe HF-150E oder Yaesu FRG-100 zu schließen. Der Doppelsuper (l. ZF: 45 MHz; 2. ZF: 455 kHz) empfängt den Frequenzbereich 30 kHz bis 30 MHz in den Betriebsarten AM, USB und LSB. Insgesamt sieben Tasten und Regler auf der Front seite reichen für die recht komfortable Bedienung des Empfängers aus. Die Frequenzabstimmung geschieht über ein ausreichend dimensioniertes und solides Handrad mit Schwungradeffekt. Dessen Abstimmrate pro Umdrehung steigt mit zunehmender Abstimmgeschwindigket und reicht von minimal 10 kHz pro Umdrehung über 100 kHz bis zu 1 MHz und maximal 10 MHz, so daß man trotz fehlender Frequenztastatur recht schnell beispielsweise vom 80-Meterband ins 10-Meterband gelangt. Die Anzeige der Empfangsfrequenz erfolgt mit einer Genauigkeit von 1 kHz auf einem großzügig dimensionierten LC-Display (65 x 20 mm BxH), das ständig beleuchtet ist und zudem die aktivierte Betriebsart (USB - AM - LSB) sowie per Balkenanzeige die relative Signalstärke bekanntgibt. Gegenüber dem vorangegangenen Modell HF-3 (bzw. SRX100/200) verfügt der HF-4E über qualitativ hochwertigere keramische Filter und eine bessere Trennschärfe, einen überarbeiteten Mischer, und eine etwas höhere Empfindlichkeit im gesamten Empfangsbereich. Insgesamt ist der Empfang ruhiger als mit dem HF-3, der im Vergleich ein höheres Maß an Eigenrauschen aufwies. Das Testteam von Radio Nederland hat den Dynamikumfang des HF-4E mit 79 dB gemessen (HF-3: 52 dB), einem Wert vergleichbar mit dem des Grundig Satellit 700.

Beim SSB-Empfang hilft ein Keramikfilter mit einer Bandbreite von 2,6 kHz (Herstellerangabe) dabei, eventuell von Nachbarstationen verursachte Störungen vom gewünschten Nutzsignal fernzuhalten. Mit zwei Eigenheiten des HF-4E muß man sich bei SSB-Empfang allerdings abfinden: Da die Hauptabstimmung in 1 kHz-Schritten erfolgt, muß man gegebenenfalls die zusätzlich vorhandene Feinabstimmung (Regler "Clarify") zur Hilfe nehmen, um auch auf zwischen diesem Raster liegenden Frequenzen eine optimale Sprachverständlichkeit zu erzielen (Regelbereich +/- 800 Hz). Darüber hinaus muß bei SSB-Empfang ein Frequenzversatz berücksichtigt werden: USB: +2 kHz LSB: -2 kHz. Wollte man also unterwegs den internationalen Seenot- und Anrufkanal 2182 kHz USB beobachten, müßte man den Empfänger auf 2184 kHz USB abstimmen. Für AM-Empfang steht zunächst die Bandbreite von 6 kHz zur Verfügung, mit der sich stark einfallende Rundfunksender in ungestörter Umgebung sehr gut hören lassen. Und da beim HF-4E diverse Wünsche realisiert wurden, die Kurzwellenhörer beim Vorgängermodell geäußert hatten, läßt sich bei Bedarf das 2,6 kHz- SSB-Filter nun auch in AM schalten, sollten sich zu starke Störungen vom Nachbarkanal bemerkbar machen.

In dem schwarzen Kunststoffgehäuse des HF-4E (Format: 185 x 67 x 200 mm BxHxT, einschließlich überstehender Teile; Gewicht: 1. 100 Gramm) hat auf der Oberseite auch noch ein Lautsprecher Platz gefunden, dessen Klangbild und verfügbare Lautstärke (2 Watt NF-Ausgangsleistung) für den Empfang von SSB- und AM-Stationen eine gute Lösung darstellt. Auf der Rückseite des Empfängers finden sich Bedienmöglichkeiten zur Um- Schaltung der AMBandbreite, für den aktivierbaren Abschwächer, und für die zuschaltbare Fernspeisung der als Zubehör lieferbaren Aktivantenne NASA AA-30. Anschlußmöglichkeiten bestehen dort für einen externen Lautsprecher bzw. Kopfhörer (Klinkenbuchse niono), für ein Schnittstellenkabel zur eventuellen externen Decodierung von Sonderbetriebsarten wie Fax oder RTTY mittels PC, und für die externe Stromversorgung (12 Volt, 300 mA). Eine Energieversorgung mittels interner Batterien für Portabelbetrieb fern aller Steckdosen ist nicht vorgesehen; bei Bedarf kann man sich jedoch leicht mit einem selbst zusammengestellten externen Batteriepack helfen. Da keine eingebauten Antennen vorhanden sind, verlangt der Empfänger in jedem Fall nach einer externen Antenne, deren Anschluß über eine SO-239-Buchse geschieht. Vermißt wurden Klemmbuchsen für den Anschluß einer hochohmigen Drahtantenne oder einer Erdverbindung. Auf der Unterseite des Empfängen läßt sich ein Metallbügel ausklappen, der den HF-4E in eine für die Bedienung perfekte Schräglage bringt.

Der einfache wie effektive Speicherbetrieb erlaubt es, den HF-4E als Kanalempfänger einzusetzen, denn immerhin stehen nun zehn Speicherplätze - der HF-3 hatte nur einen einzigen - zur Verfügung, in denen häufig gehörte Frequenzen inklusive der jeweiligen Betriebsart per Knopfdruck abgelegt werden können. Anstelle der Balkenanzeige für die Signalstärke wird dort im Speicherbetrieb die Nummer des gerade aufgerufenen Speicherplatzes angezeigt. Und mit Hilfe der Hauptabstimmung kann im Speichermodus auf einfache Weise von einem Speicherplatz zum nächsten gewechselt werden, dessen Inhalt dann jeweils automatisch aufgerufen wird. Dieses nützliche Bedienungsdetail kommt allen jenen Anwendem sehr entgegen, die die Kurzwelle in erster Linie als Inforinationsmedium nutzen und eine Reihe von Stationen bzw. Frequenzen immer wieder einstellen: DeutschlandRadio oder Deutsche Welle für aktuelle Informationen, den zuständigen SSB-Seefunkkanal für den aktuellen Seewetterbericht und Traffic Lists, den regionalen Faxsender für Wetterkarten etc. Auf Knopfdruck läßt sich die Frequenz aus einem Speicherplatz in das VFO übernehmen, um von dort aus weitere Stationen aufzusuchen. Für die Decodierung von Wetterfax-Aussendungen ist der HF-4E ebenfalls bestens vorbereitet, verfügt der Empfänger doch serienmäßig über ein eingebautes Modem. Das dort zur Verfügung gestellte Signal wird mit Hilfe eines beiliegenden und bereits fertig konfektionierten Kabels (2 Meter lang) der RS-232-Schnittstelle eines PCs zugeführt, wo die Umwandlung des Datensignals beispielsweise in eine Wetterkarte geschieht. Mit JVFAX liegt auch ein geeignetes Shareware-Programm bei, das die Funktionen des heimischen Computers zur hochwertigen Wetterfax-Empfangsmaschine erweitert.

Aktivantenne NASA AA-30
Speziell für den Betrieb am HF-4E entwickelt wurde die Aktivantenne AA-30, deren Speisung direkt aus dem Empfänger geschieht, wenn auf dessen Rückseite ein entsprechender Schalter betätigt wird. Die wetterfeste Antenne arbeitet wie schon der Empfänger im Frequenzbereich 30 kHz bis 30 MHz, eignet sich gleichermaßen für Innen- und Außenbetrieb und besteht aus einer 94 cm langen Edelstahlrute (Gesamtlänge der Antenne inklusive Gehäuse: 109 cm), die an ihrem oberen Ende mit einer Öse ausgestattet ist. Auf diese Weise kann die Antenne leicht beispielsweise an eine Zimmerdecke oder einen Ast gehängt werden, will man nicht die mitgelieferte Schelle für die Montage an einem Mast oder Balkongitter nutzen. Die Schelle wird an das 2,5 x 15 x 2,5 cm große Metallgehäuse am unteren Ende der Antenne geschraubt, in dem sich ein Verstärker befindet, der frequenzabhängig das Empfangssignal um bis zu +10 dB anhebt. Die praxisnahe Verstärkungsregelung sieht für die unteren Bereiche einen geringeren Verstärkungsgrad vor, um auf diese Weise Übersteuerungserscheinungen zu vermeiden, während auf hohen Frequenzen auch noch die leiseren Signale über die Rauschgrenze gehoben werden sollen. Das 8 Meter lange Antennenkabel (RG-174) ist fest mit dem Gehäuse der AA-30 verbunden und mit einem PL-Stecker ausgestattet.

Wie bereits beim HF-4E wurde auch bei der Konstruktion der AA-30 auf einen möglichst einfachen wie effektiven Betrieb geachtet. Da die notwendige Stromversorgung der Antenne direkt aus dem Empfänger erfolgt und auch die Antennenzuleitung bereits fertig konfektioniert ist, werden Neueinsteiger kaum Probleme mit Installation und Betrieb des Empfangssystems haben. Die von der AA-30 zur Verfügung gestellten Signalpegel reichen für einen problemlosen Empfang der stärkeren Stationen völlig aus. Um die Empfindlichkeit des HF-4E jedoch voll zu nutzen, wäre ein bis zu 20 Meter langer Außendraht allerdings sicherlich die bessere Lösung. Dies gilt insbesondere für die unteren Frequenzbereiche (DCF77 auf 77,5 kHz; 80m-Amateurfunk), während bereits ab dem 49-Meterband die AA-30 auch schwächere Signale in einer einem Empfangsdraht genannter Länge vergleichbaren Stärke bringt. Für die Qualität der AA-30 bürgt übrigens die Tatsache, daß für die Entwicklung der Antenne die niederländische Firma RF Systems verantwortlich zeichnet, die bekanntermaßen hochwertige (Aktiv-) Antennen und sinnvolles Antennenzubehör anbietet.

Empfangspraxis
Um die Empfangsleistungen des HF-4E in Relation zu anderen kleinformatigen Kommunikationsempfängern setzen zu können, wurden Vergleiche mit dem Lowe HF- 150E und dem AOR AR7030 angestellt. Als Antenne diente ein 20 Meter langer Empfangsdraht, frei aufgehängt im häuslichen Garten. Die Zuleitung zu den Empfängern erfolgte über einen MLB (Magnetic Longwire Balun), 20 Meter Koaxkabel und einen DA-4 Antennenverteiler.

Auf Längst- und Langwelle stand der HF-4E dem AR7030 in Hinblick auf die Empfindlichkeit in nichts nach: DCF77 kam ebenso deutlich wie das tagsüber eher schwächliche Zeitsignal von MSF Rugby auf 60 kHz. Der Empfang der Hörfunksender im Langwellenbereich stellte für den Empfänger von NASA erwartungsgemäß ebenfalls kein Problem dar. Auch im Mittelwellenbereich schlug sich der HF-4E wacker: Während der Tagesdämpfung waren die hörbaren Stationen mit allen drei Empfängern lesbar aufzunehmen. Für transatlantischeu Fernempfang boten AR7030 und HF150E allerdings deutliche zusätzliche Reserven in Hinblick auf Trennschärfe und Wiedergabe schwacher AM-Signale, wie sich nach Einbruch der Dunkelheit bald herausstellen sollte. Dennoch: Auch für den Empfang von Hörfunksendern auf Mittelwelle und Seefunkstationen im Grenzwellenbereich aus ganz Europa und angrenzenden Gebieten erwies sich der HF-4E als tauglich, solange sich die DX-Ambitionen in moderaten Grenzen hielten.

Die größten Erwartungen wurden dem HF-4E von Beginn an im Bereich des Kurzwellenempfangs entgegengebracht, nachdem sich bereits die Vorgänger (SRX100/200 bzw. HF-3) dort als erstaunlich potent erwiesen hatten. Dies galt insbesondere für den Empfang von Funkdiensten, was sich beim HF-4E erneut bestätigte: Im 80m-Amateurfunkband ließ die Lesbarkeit selbst schwacher SSB-Signale kaum Wünsche offen, auch im direkten Vergleich mit dem AR 7030. Zurückzuführen ist diese sehr respektable Leistung auf die glückliche Hand der NASA-Entwickler, die den Empfänger mit einer völlig ausreichenden Empfindlichkeit (Angabe des Herstellers: 1uV) ausgestattet haben, gepaart mit einer insbesondere für die Sprachverständlichkeit günstigen (hohen) Tonlage bei der Wiedergabe im Zusammenspiel mit einem durchaus potenten Lautsprecher, und nicht zuletzt einer hinreichenden Immunität gegen Übersteuerungen der Eingangsstufe durch zu hohe Signalpegel. Auch im oftmals kritischen 40m-Amateurfunkband reichten die Empfangsleistungen schon recht nahe an die des AR7030 mit seinem (nachgerüsteten) 2,3 kHz Collins- Bandbreitenfilter heran (welches allerdings nicht durch eine übermäßige Flankensteilheit glänzt). Das im HF-4E verwendete SSB-Filter lieferte im Vergleich zu den größeren Kofferempfängern (ICF-2001D, Satellit 700) ganz klar deutlich bessere Resultate. Für angehende SWLs bietet der HF-4E somit eine sehr preisgünstige Einstiegsmöglichkeit in den Amateurfunkempfang, ohne daß der dabei einzugehende Kompromiß in Hinblick auf die Empfangsleistung zu groß wird. Für ernsthaften CW-Empfang wäre allerdings ein eventuell zusätzlich eingesetztes externes NF-Filter sehr hilfreich (geeignete Bausätze gibt es preisgünstig bei Dierking NF/HF- Technik).

Auch für den anspruchsvollen Hörfunkempfang auf Kurzwelle läßt sich der HF-4E einsetzen, vor allem der Empfang ungestörter Signale ließ die in diesem Bereich bestehende Informationsvielfalt voll zur Geltung kommen. Für Kurzwellen-Programmhörer bietet der HF-4E eine gelungene Mischung aus Trennschärfe und hoher Wiedergabequalität über den eingebauten Lautsprecher. Beim Empfang schwacher und/oder gestörter Signale half oftmals die schmale AM- Bandbreite effektiv dabei, deren Lesbarkeit zu steigern. Dann empfahl sich jedoch die Verwendung eines Kopfhörers, da das schmale SSB-Filter die Klangqualität des AM-Signals doch recht deutlich beeinträchtigte. HF-150E und AR7030 boten wie erwartet deutlich merkbare Vorteile, wenn es um den Empfang schwacher AM-Stationen in schwieriger Störsituation ging. Und auch ein Sony ICF-2001D mit seinem sehr effektiven Synchron-Demodulator zeigte bei dieser Gelegenheit einmal mehr, welche Leistungen im Preissegment unterhalb der 1000 Mark-Grenze im Bereich des anspruchsvollen BC-DXing möglich sind.

Auf den höheren Bändern brachte der beim AR7030 zuschaltbare + 10 dB- Vorverstärker vereinzelt leichte Vorteile, die sich insbesondere beim Empfang von SSB-Stationen bemerkbar machten. Insgesamt wirkte sich der leichte Unterschied in der verfügbaren Empfindlichkeit in der Empfangspraxis hingegen kaum aus und war - bei Verwendung des 20 Meter langen Antennendrahts von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen zu vernachlässigen. Im 10m- Amateurfunkband mischte sich nachmittags allerdings beim HF-4E ein deutlicher Rauschanteil unter die schwachen Signale nordamerikanischer Funkamateure. Hier boten HF-150E und AR7030 dann doch noch klare Vorteile gegenüber dem preiswerten Mitbewerber. Auch in kniffligen Störsituationen geriet der HF-4E naturgemäß schnell ins Hintertreffen: Die nervöse AGC läßt sich nicht verändern oder gar abschalten, Notchfilter, Passband Tuning und Synchrondemodulator sind nicht vorgesehen. Zur Not kann man jedoch auch beim HF-4E probieren, den betroffenen AM-Sender in SSB einzustellen, um dann mit dem HF-4E nur noch das weniger gestörte Seitenband zu hören.

Der Empfangsbetrieb mit diesem Gerät ist herrlich unkompliziert. Insbesondere aus der Sicht eines Neueinsteigers, der die Kurzwelle als Hobby oder Informationsmedium erst für sich entdeckt, bietet das betont einfach und übersichtlich gehaltene Bedienungskonzept des HF-4E klar Vorteile gegenüber einigen "modernen" Lösungen mit ihren zahlreichen Untennenüs. Gleichfalls hervorzuheben ist die butterweiche Abstimmung von Frequenz, Feinabgleich und Lautstärke mit Hilfe der stabilen Regler, Die Frequenzanzeige hat eine angenehme Größe, der Knopf für die Frequenzabstimmung ist sehr robust und stellt sicherlich eine bessere Lösung dar, als man leider beim neuen HF-150E beklagen muß. Allerdings will die mechanisch stabile Hauptabstimmung mit Schwungradeffekt des HF-4E mit Umsicht bedient sein, will man nicht zu sehr über das angestrebte (Frequenz-)Ziel hinausdrehen.

Fax- und Fernschreibempfang
Ein für viele Anwender sicherlich interessantes Ausstattungsmerkmal des HF-4E ist das bereits ab Werk in den Empfänger eingebaute Modem. Dessen Ausgangssignal liegt an einer Buchse auf der Rückseite des Empfängers an und kann über ein ebenfalls bereits beiliegendes Kabel mit der seriellen Schnittstelle eines PCs verbunden werden, der dann die Decodierung von WetterfaxBildern übernehmen soll. Mit JVFAX liegt bereits ein leistungsfähiges Programm für Fax- und SSTV-Decodierung bei, prinzipiell können jedoch auch andere Softwarelösungen verwendet werden. Frequenzen und detaillierte Sendepläne der auf Kurzwelle noch verbliebenen Wetterfax- Aussendungen finden sich u.a. im " 1998/1999 Guide to Worldwide Weather Services" aus dem Klingenfuss Verlag. Mindestens ebenso interessant- wie der Empfang von Wetterfax- und SSTV-Aussendungen auf Kurzwelle ist die Decodierung von Fernschreibsendungen. Und wie Versuche ergeben haben, läßt sich der HF-4E mit seinem eingebauten Modem auch dafür einsetzen. Bewährt hat sich das Programm RadioRaft von Francois Guillet (Test demnächst im KURIER).

Fazit
Einmal mehr hat sich gezeigt, daß ein robust konzipiertes Empfängerkonzept nicht teuer sein muß. Der NASA HF-4E eignet sich besonders für den komfortablen Empfang gut hörbarer AM-Sender in möglichst ungestörter Frequenzlandschaft sowie für den Funkdienstempfang von SSB- und (ungestörten) Fax- bzw. Fernschreibstationen, deren Decodierung über das integrierte Modem ein vielerorts bereits vorhandener PC übernimmt, an die Eigenheiten der Bedienung des HF-4E mit Haupt- und Feinabstimmung oder den Frequenzversatz bei SSB-Empfang kann man sich schnell gewöhnen; ebenso an die auf der Rückseite vorhandenen Schalter und Buchsen. Darüber hinaus eignet sich der HF-4E als Zweitgerät für den Gartentisch oder als Monitorempfänger, um eine bestimmte Frequenz im Ohr zu behalten, während man sich mit dem Hauptempfänger wieder auf die Suche nach interessanten Signalen begibt. Auch der Einsatz als Reiseempfänger wäre denkbar, will man nicht gleich in einen HF- 150E investieren.

Dem Urteil des Testteams von Radio Nederland kann man sich also durchaus anschließen: Der NASA HF-4E bietet eine gute Einstiegsmöglichkeit in den ernsthaften Fernempfang auf Kurzwelle. Ein Großteil der machbaren Empfangsfälle wird sich mit diesem Radio bereits meistem lassen. Zum (nicht nur) in dieser Preisklasse ungewöhnlich kompletten Lieferumfang des NASA HF-4E gehören neben einem Steckemetztcil und der üblichen "Wurfantenne" - einige Meter Draht mit Bananenstecker - ein integriertes (Wetterfax-)Modem, ein geeignetes Verbindungskabel zur RS-232-Schnittstellc des PCs, und eine Diskette mit dem Shareware-Programm JVFAX zur Decodierung von Wetterfax- und SSTV-Sendungen. Auch die gelungene und ungewöhnlich ausführliche Bedienungsanleitung verdient Erwähnung, wenn man sich auch ein etwas ausführlicheres Kapitel zum Spezialbereich Fax- und Femschreibempfang gewünscht hätte. Der NASA HF-4E ist im Fachhandel für rund 600,- Mark erhältlich. Vertrieb: SSB Electronic, Iserlohn.

© Harald Kuhl, kurier 22 / 1998