Manche OMs werden dieses
Gerät schon auf der Ham-Radio in Friedrichshafen gesehen
haben, und vielleicht hat der eine oder andere gedacht,
es handle sich um eine Neuauflage des bekannten Sony ICF
2001. Doch dem ist nicht so. Vielmehr kommt dieses Gerät
von der Uniden Europa N.V. Weil wir gerade
beim Sony Empfänger sind: jeder ICF 2001-Besitzer hatte
bei diesem Gerät keine Schwierigkeiten, es einwandfrei
zu bedienen.
COMMUNICATION RECEIVER
CR 2021 VON UNIDEN
getestet von Rudy Häusler, Christian Ries
Allgemeine Gerätebeschreibung
Wie schon eingangs erwähnt, ist der prinzipielle Aufbau
des Gerätes dem ICF 2001 sehr ähnlich. Zunächst einmal findet man auf der linken Seite einen Lautsprecher,
dessen Wiedergabequalität ausreichend für ein solch
kleines und handliches Gerät ist. Der Ton lässt sich
mittels eines Drehknopfes, der über dem Lautstärkeregler
angebracht ist, in einem breiten Spektrum beeinflussen.
Weiterhin dominiert auf der Frontplatte die angenehm
abzulesende LCD-Anzeige, welche nicht nur die
Empfangsfrequenz zur Anzeige bringt, sondern auch alle
anderen wichtigen Angaben über eingestellten Speicher,
Scannerbetrieb usw. Rechts neben dieser Anzeige befindet
sich eine Leuchtdiodenreihe, bestehend aus 5 Dioden,
welche das Empfangssignal anzeigen. Links neben der
Digitalanzeige befindet sich ein dreistufiger Schalter,
mit dem die Eingangsempfindlichkeit verändert werden
kann, und zwar in den Stufen "DX", "Normal"
und "Lokal". Neben diesem RF-Gain befindet sich eine
Antennenabstimmöglichkeit, welche als Preselector
ausgelegt ist und sich auch in der Praxis bewahrt hat.
Einen extra grossen Knopf hat man für den BFO-Regler
vorgesehen. Anstatt des sonst üblichen Schalters "USB"
und "LSB" ist man hier auf einen Regler ausgewichen,
dessen Skala neben vielen Teilstrichen mit '+' und '-'
ausgestattet ist. Kein schlechter Einfall. Nun bleibt
eigentlich nur noch das grolle Tastenfeld des Uniden CR
2021 übrig. Hier befinden sich neben der Tuningeingabe
die Taster für up und down, sowie die sechs Memories und
die Scannerbedienelemente. Rechts bei den Memories sieht
man die Schalter für die Betriebsarten AM, FM, SSB und
CW. Darunter ist noch ein Filterumschalter 'narrow' und 'wide'
zu finden. Der Ein-Aus-Schalter ist ganz links aussen
angebracht, und daneben ist noch ein Taster für die
Anzeigenbeleuchtung und den Batteriecheck.
Dieses Gerät ist auch mit
einem stabilen Tragebügel ausgestattet, welcher
schwenkbar ausgeführt wurde und somit auch eine Schräglage,
welche beim Einsatz sehr vorteilhaft, ist ermöglicht.
Nicht zuletzt deshalb, weil das Gerät, bedingt durch das
äusserst geringe Gewicht. bei Bedienung in der
Aufrechtstellung sehr leicht nach hinten wegrutscht.
Nicht zu vergessen ist noch die "Sleep" Taste, die im
Bereich von 10 bis 90 Minuten wirksam ist. Neben einer
eingebauten Teleskopantenne hat man noch die Möglichkeit,
auf der Rückseite eine Aussenantenne und eine Erde
anzuschliessen. Dies geschieht mittels zweier
Schraubanschlüsse. Selbstverständlich ist auch eine
Ferritantenne eingebaut.
Wie bei den meisten Geräten
mit direkter Frequenzeingabe hat man auch beim Uniden CR
2021 mehrere Möglichkeiten zur Sendereinstellung:
a) Direkte Frequenzeingabe über die Tastatur, bei AM auf
1 kHz und bei FM 50 kHz genau, und nach dem Betätigen
der 'Execute'-Taste erscheint dann die gewünschte
Frequenz auf der Digitalanzeige.
b) Manuelle Abstimmung mit den Tasten "up" bzw. "down" in
1 kHz oder 3 kHz Schritten bei AM und bei FM in 50 kHz
oder 100 kHz - Schritten. Diese verschiedenen Schritte können
mit der 'step' Taste gewahrt werden. Ausserdem ist es
noch möglich, mit der "fast" Taste schnellere
Schritte zu erreichen. Mir persönlich wäre es viel
lieber, wenn hier anstatt der Tasten ein herkömmlicher
Drehknopf angebracht wäre. Für mich war auch das ständige
dampflokähnliche Abstimmgeräusch nach jedem Betätigen
der up oder down-Tasten störend.
c) Über zwei Tasten lassen sich zwei Grenzfrequenzen Für
den automatischen Suchlauf eingeben. Nach dessen Start
setzt sich der Scanner in Bewegung und halt bei Signalen,
die ca. 4 auf der 5-stelligen LED-Anzeige erreichen. Dass
man hier auf Schwierigkeiten trifft, liegt klar auf der
Hand: Viele Stationen, die zwar empfangswürdig für
unser Ohr sind, hält der Scanner nicht dafür (weil z.B.
nur Stellung 3 erreicht wird). Oder umgekehrt: In den
Abendstunden erreichen auf manchen Bändern fast alle
Sender 4, und der Scanner lauft gar nicht erst an.
d) Zuletzt bleiben uns noch die 6 Speicher übrig. Diese
Memories bleiben auch nach Abschalten des Gerätes
erhalten, und zwar mit der gespeicherten Betriebsart! Als
grossen Nachteil empfinde ich folgende Tatsache: Man hört
eine Station, die man mit einer manuellen Einstellung
gefunden hat, und will diese nun mit einem Speicher
vergleichen, ob es sich z.B. um ein und dieselbe Station
handelt, und schaltet auf den Speicher um. Nach der
entsprechenden Identifikation will man wieder auf die
alte Frequenz zurück, doch diese ist leider nicht mehr
da. Man muss sie also wieder neu eingeben, falls man sie
noch weiss. Eine etwas unglückliche Tatsache.
Versuche, eine Frequenz
ausserhalb der Bandgrenzen einzugeben, quittiert der
Mikroprozessor mit einer Anzeige auf der LCD-Anzeige 'Try
again'. Dasselbe gilt auch für ungerade FM-Frequenzen, z.B.
98,15 MHz. Ganz unbestritten gelten diese Empfänger, die
sich in nächster Zeit wahrscheinlich immer mehr auf dem
Markt behaupten werden, als ideale Gerate für unsere
blinden Freunde Wenn sie auch nicht die Digitalanzeige
ablesen können, so hilft ihnen doch der Memoryblock in
diesem Gerät und nicht zuletzt auch die Direkteingabe
der Frequenzen.
Leider wurde mir von der
Herstellerfirma kein Blockschaltbild mitgesandt, welches
hier an dieser Stelle zum Abbild hatte kommen können, um
den technisch mehr interessierten DXern zu ihrem Recht zu
verhelfen. Auch ist die Bedienungsanleitung nur in
englischer Sprache gehalten. Sie ist zwar in sehr
einfachem Englisch, doch ist diese Anleitung sehr holprig
geschrieben. Exakte Bestückungsdaten dieses Gerätes von
Uniden waren auch nicht zu bekommen. Im Infoblatt spricht
man nur von einem hochmodern aufgebauten Schaltkreis mit
Quarzsteuerung, Hochleistungs-lCs, FETs, Transistoren und
Dioden.
Doch wenden wir uns wieder dem eigentlichen Empfänger zu.
Erfreulich an dem CR 2021 ist, dass er über zwei
schaltbare Bandbreiten verfugt. Diese werden mittels
keramischer Filter des Typs CFW 455 HT für die Stellung
"breit" und ein CFM 455/1 für die Stellung "schmal"
geschaltet. Bei der Stellung "breit" ist eine Bandbreite
von ca. 6 kHz bei - 6 dB und 20 kHz bei - 60 dB vorhanden.
In der anderen Stellung hat das Filter eine Bandbreite
von 3 kHz bei -6 dB und bei -60 dB etwa 7,5 kHz. Für das
Gerät an sich ist die Sache nicht schlecht, doch ergaben
Tests mit dem Vergleichsempfänger Grundig Satellit 1400
auch keine besseren Ergebnisse, obwohl der Grundig nur über
eine Bandbreite verfügt! Manchmal brachte der Satellit
sogar bessere Ergebnisse.
Zu erwähnen wäre noch, dass dieses Gerät im AM-Bereich
von 150 - 29.999 kHz (keine FTZ-Nr.!) als Doppelsuper,
und im FM-Bereich als Einfachsuper arbeitet.
Empfangsergebnisse
a) Mittel- und Langwelle
Gibt man eine Frequenz auf der Langwelle direkt in das
Gerät ein und drückt auf die "Execute"-Taste, dann hört
man ausser geringen Spuren einer Station nur ein sattes
Brummen. Dasselbe Phänomen wurde auch noch im
Mittelwellenbereich bis ca. 1200 kHz beobachtet. Je hoher
man mit der Frequenz kommt, desto leiser wird dieses sich
äusserst störend auswirkende Geräusch. Nach einigem Grübeln
kamen wir schliesslich dahinter, dass es am
mitgelieferten Netzteil liegt. Versuche mit anderen
Netzteilen mit weit geringerer Brummspannung verliefen
durchweg positiv. So vorteilhaft dieses Netzteil sein mag,
für den Lang- und Mittelwellenempfang ist es untauglich.
Ebenfalls untauglich ist dieser Bereich zum Hören von
sogenannten DX-Stationen. Dafür sind diese beiden
Bereiche einfach viel zu unempfindlich. Auch eine
Langdrahtantenne mit zusätzlichem Preselector brachte
nur geringfügige Verbesserungen.
b) Kurzwelle
Der Uniden zeigt hier bei guter Empfindlichkeit bis ca.
13 MHz sehr stark seine Neigung zu Übersteuerungen,
sogar mit eingebauter Teleskopantenne. Man kann dies zwar
mitunter mit dem geräteigenen Preselector ausgleichen,
doch ist die Abstimmung desselben sehr schwierig und auch
mit Vorsicht zu genieren. Denn nicht alles, was man
anschliessend hört, ist auch echt. Diese Einrichtung
besitzt zwei Maxima, und eins davon bringt uns nur
Spiegelfrequenzen an den Lautsprecher: Ferner ist ein
sehr genaues Abstimmen nötig, denn der Preselector ist
sehr steilflankig. Unser Vergleichsgerät bot ausserdem
auf der Kurzwelle ein besseres Klangbild als der Uniden;
beim Testgerät sind sehr stark die Hintergrundgeräusche
aufnehmbar, Abhilfe kann hier ein Abschwächer bringen.
Im Tropenband hatte unser CR 2021 auch grosse
Schwierigkeiten, mit dem Vergleichsgerät mitzuhalten,
trotz Bandbreitenschalter.
Nicht nur eine bekannte Electronikzeitschrift machte den
berühmten Trennschärfentest zwischen RTL Luxemburg und
dem Bayerischen Rundfunk auf 6090 bzw. 6085 kHz, sondern
auch wir. Doch waren die KURIER-Tester hier etwas weniger
erfreut als die Redakteure dort. Hier wurde die
Trennscharfe mit Spitzenempfängern verglichen und diese
Meinung können wir absolut nicht teilen. Wir wurden die
Trennscharfe als befriedigend und für ein Gerät dieser
Preisklasse als normal einstufen. Wie sooft bei tragbaren
Geräten lässt auch heim Uniden CR 2021 die
Empfindlichkeit in den oberen Bändern merklich nach. Man
kann allerdings mit einer Außenantenne hier wieder viel
wettmachen.
c) SSB
Im grossen und ganzen waren wir mit der Empfangs- und
Wiedergabequalität des SSB-Teils zufrieden. Angenehm
fiel hier der grosse SSB/CW Fine-Tune-Knopf auf. Mit ihm
kann man die empfangenen Stationen ziemlich fein
einregeln. Für das Hören der Funkamateure ist das SSB-Teil
des Uniden allemal gut.
Abschlussbewertung
Was man auch immer mit der grossen Ähnlichkeit dieses
Gerätes mit dem Sony ICF 2001 bezwecken wollte, so ganz
kommt dieser Empfänger nicht an ihn heran. Sei es von
der Empfangsleistung her gesehen, oder von den
Spiegelfrequenzen, die sehr häufig auftreten. Wie heilt
es in der Werbung: "Die Geräusche des Dschungels stammen
heutzutage nicht immer von Tieren sie könnten auch von
einem internationalen Nachrichtenempfanger herrühren".
Und das Wort "Gerausche" ist manchmal gar nicht so
verkehrt gewahrt worden. Ein "Empfangsgerät der
Superlative mit bisher noch nicht dagewesenen
Moglichkeiten", so wiederum die Werbung, ist es
bestimmt nicht. Preis ca. DM 550.-
Bewertung
Empfindlichkeit MW / LW ausreichend; KW ausreichend bis
befriedigend
Spiegelfrequenzsicherheit MW/LW gut; KW befriedigend
S-Meter ungenügend
Bandbreiten AM befriedigend
Frequenzstabilitat gut
Frequenzzähler gut
Grossignalverhalten befriedigend
Preselector gut, jedoch schwierig einzustellen
SSB-Betrieb befriedigend
Bedienbarkeit gut
UKW-Teil gut
Tonqualität ausreichend
Eignung als Reiseempfänger
gut (geringes Gewicht 1,6 kg)
Stromaufnahme UKW
Ruhestrom: 165 mA; UKW Signal (5 LEDs): 180 mA
KW Ruhestrom: 190 mA; KW Signal (5 LEDs): 200 mA
bei diesen Messungen war der Lautstärkeregler nicht
aufgedreht, bei voller Lautstarke beträgt der Strom bis
zu 500 mA
Dieses Gerät eignet sich
mehr als Reiseempfänger als für zu Hause.