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CR 2021: Testbericht © kurier 21 / 1983

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Uniden CR 2021
 
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überarbeitet am 2.11.2010

Double conversion superhet,

Digital display, 1 kHz

AM, SSB (BFO), FM (VHF)

FM, LW, MW, SW 150 kHz - 29'999 kHz

Selektivity -6 dB/ -60 dB
6 / 20 kHz, 3 / 7,5 kHz

RF Gain, attenuator, LED chain as signal strength indicator

frequency entry keypad, 6 memories

Manche OMs werden dieses Gerät schon auf der Ham-Radio in Friedrichshafen gesehen haben, und vielleicht hat der eine oder andere gedacht, es handle sich um eine Neuauflage des bekannten Sony ICF 2001. Doch dem ist nicht so. Vielmehr kommt dieses Gerät von der Uniden Europa N.V. Weil wir gerade beim Sony Empfänger sind: jeder ICF 2001-Besitzer hatte bei diesem Gerät keine Schwierigkeiten, es einwandfrei zu bedienen.

COMMUNICATION RECEIVER CR 2021 VON UNIDEN
getestet von Rudy Häusler, Christian Ries

Allgemeine Gerätebeschreibung
Wie schon eingangs erwähnt, ist der prinzipielle Aufbau des Gerätes dem ICF 2001 sehr ähnlich. Zunächst einmal findet man auf der linken Seite einen Lautsprecher, dessen Wiedergabequalität ausreichend für ein solch kleines und handliches Gerät ist. Der Ton lässt sich mittels eines Drehknopfes, der über dem Lautstärkeregler angebracht ist, in einem breiten Spektrum beeinflussen. Weiterhin dominiert auf der Frontplatte die angenehm abzulesende LCD-Anzeige, welche nicht nur die Empfangsfrequenz zur Anzeige bringt, sondern auch alle anderen wichtigen Angaben über eingestellten Speicher, Scannerbetrieb usw. Rechts neben dieser Anzeige befindet sich eine Leuchtdiodenreihe, bestehend aus 5 Dioden, welche das Empfangssignal anzeigen. Links neben der Digitalanzeige befindet sich ein dreistufiger Schalter, mit dem die Eingangsempfindlichkeit verändert werden kann, und zwar in den Stufen "DX", "Normal" und "Lokal". Neben diesem RF-Gain befindet sich eine Antennenabstimmöglichkeit, welche als Preselector ausgelegt ist und sich auch in der Praxis bewahrt hat. Einen extra grossen Knopf hat man für den BFO-Regler vorgesehen. Anstatt des sonst üblichen Schalters "USB" und "LSB" ist man hier auf einen Regler ausgewichen, dessen Skala neben vielen Teilstrichen mit '+' und '-' ausgestattet ist. Kein schlechter Einfall. Nun bleibt eigentlich nur noch das grolle Tastenfeld des Uniden CR 2021 übrig. Hier befinden sich neben der Tuningeingabe die Taster für up und down, sowie die sechs Memories und die Scannerbedienelemente. Rechts bei den Memories sieht man die Schalter für die Betriebsarten AM, FM, SSB und CW. Darunter ist noch ein Filterumschalter 'narrow' und 'wide' zu finden. Der Ein-Aus-Schalter ist ganz links aussen angebracht, und daneben ist noch ein Taster für die Anzeigenbeleuchtung und den Batteriecheck.

Dieses Gerät ist auch mit einem stabilen Tragebügel ausgestattet, welcher schwenkbar ausgeführt wurde und somit auch eine Schräglage, welche beim Einsatz sehr vorteilhaft, ist ermöglicht.
Nicht zuletzt deshalb, weil das Gerät, bedingt durch das äusserst geringe Gewicht. bei Bedienung in der Aufrechtstellung sehr leicht nach hinten wegrutscht.
Nicht zu vergessen ist noch die "Sleep" Taste, die im Bereich von 10 bis 90 Minuten wirksam ist. Neben einer eingebauten Teleskopantenne hat man noch die Möglichkeit, auf der Rückseite eine Aussenantenne und eine Erde anzuschliessen. Dies geschieht mittels zweier Schraubanschlüsse. Selbstverständlich ist auch eine Ferritantenne eingebaut.

Wie bei den meisten Geräten mit direkter Frequenzeingabe hat man auch beim Uniden CR 2021 mehrere Möglichkeiten zur Sendereinstellung:
a) Direkte Frequenzeingabe über die Tastatur, bei AM auf 1 kHz und bei FM 50 kHz genau, und nach dem Betätigen der 'Execute'-Taste erscheint dann die gewünschte Frequenz auf der Digitalanzeige.
b) Manuelle Abstimmung mit den Tasten "up" bzw. "down" in 1 kHz oder 3 kHz Schritten bei AM und bei FM in 50 kHz oder 100 kHz - Schritten. Diese verschiedenen Schritte können mit der 'step' Taste gewahrt werden. Ausserdem ist es noch möglich, mit der "fast" Taste schnellere Schritte zu erreichen. Mir persönlich wäre es viel lieber, wenn hier anstatt der Tasten ein herkömmlicher Drehknopf angebracht wäre. Für mich war auch das ständige dampflokähnliche Abstimmgeräusch nach jedem Betätigen der up oder down-Tasten störend.
c) Über zwei Tasten lassen sich zwei Grenzfrequenzen Für den automatischen Suchlauf eingeben. Nach dessen Start setzt sich der Scanner in Bewegung und halt bei Signalen, die ca. 4 auf der 5-stelligen LED-Anzeige erreichen. Dass man hier auf Schwierigkeiten trifft, liegt klar auf der Hand: Viele Stationen, die zwar empfangswürdig für unser Ohr sind, hält der Scanner nicht dafür (weil z.B. nur Stellung 3 erreicht wird). Oder umgekehrt: In den Abendstunden erreichen auf manchen Bändern fast alle Sender 4, und der Scanner lauft gar nicht erst an.
d) Zuletzt bleiben uns noch die 6 Speicher übrig. Diese Memories bleiben auch nach Abschalten des Gerätes erhalten, und zwar mit der gespeicherten Betriebsart! Als grossen Nachteil empfinde ich folgende Tatsache: Man hört eine Station, die man mit einer manuellen Einstellung gefunden hat, und will diese nun mit einem Speicher vergleichen, ob es sich z.B. um ein und dieselbe Station handelt, und schaltet auf den Speicher um. Nach der entsprechenden Identifikation will man wieder auf die alte Frequenz zurück, doch diese ist leider nicht mehr da. Man muss sie also wieder neu eingeben, falls man sie noch weiss. Eine etwas unglückliche Tatsache.

Versuche, eine Frequenz ausserhalb der Bandgrenzen einzugeben, quittiert der Mikroprozessor mit einer Anzeige auf der LCD-Anzeige 'Try again'. Dasselbe gilt auch für ungerade FM-Frequenzen, z.B. 98,15 MHz. Ganz unbestritten gelten diese Empfänger, die sich in nächster Zeit wahrscheinlich immer mehr auf dem Markt behaupten werden, als ideale Gerate für unsere blinden Freunde Wenn sie auch nicht die Digitalanzeige ablesen können, so hilft ihnen doch der Memoryblock in diesem Gerät und nicht zuletzt auch die Direkteingabe der Frequenzen.

Leider wurde mir von der Herstellerfirma kein Blockschaltbild mitgesandt, welches hier an dieser Stelle zum Abbild hatte kommen können, um den technisch mehr interessierten DXern zu ihrem Recht zu verhelfen. Auch ist die Bedienungsanleitung nur in englischer Sprache gehalten. Sie ist zwar in sehr einfachem Englisch, doch ist diese Anleitung sehr holprig geschrieben. Exakte Bestückungsdaten dieses Gerätes von Uniden waren auch nicht zu bekommen. Im Infoblatt spricht man nur von einem hochmodern aufgebauten Schaltkreis mit Quarzsteuerung, Hochleistungs-lCs, FETs, Transistoren und Dioden.
Doch wenden wir uns wieder dem eigentlichen Empfänger zu. Erfreulich an dem CR 2021 ist, dass er über zwei schaltbare Bandbreiten verfugt. Diese werden mittels keramischer Filter des Typs CFW 455 HT für die Stellung "breit" und ein CFM 455/1 für die Stellung "schmal" geschaltet. Bei der Stellung "breit" ist eine Bandbreite von ca. 6 kHz bei - 6 dB und 20 kHz bei - 60 dB vorhanden. In der anderen Stellung hat das Filter eine Bandbreite von 3 kHz bei -6 dB und bei -60 dB etwa 7,5 kHz. Für das Gerät an sich ist die Sache nicht schlecht, doch ergaben Tests mit dem Vergleichsempfänger Grundig Satellit 1400 auch keine besseren Ergebnisse, obwohl der Grundig nur über eine Bandbreite verfügt! Manchmal brachte der Satellit sogar bessere Ergebnisse.
Zu erwähnen wäre noch, dass dieses Gerät im AM-Bereich von 150 - 29.999 kHz (keine FTZ-Nr.!) als Doppelsuper, und im FM-Bereich als Einfachsuper arbeitet.

Empfangsergebnisse
a) Mittel- und Langwelle
Gibt man eine Frequenz auf der Langwelle direkt in das Gerät ein und drückt auf die "Execute"-Taste, dann hört man ausser geringen Spuren einer Station nur ein sattes Brummen. Dasselbe Phänomen wurde auch noch im Mittelwellenbereich bis ca. 1200 kHz beobachtet. Je hoher man mit der Frequenz kommt, desto leiser wird dieses sich äusserst störend auswirkende Geräusch. Nach einigem Grübeln kamen wir schliesslich dahinter, dass es am mitgelieferten Netzteil liegt. Versuche mit anderen Netzteilen mit weit geringerer Brummspannung verliefen durchweg positiv. So vorteilhaft dieses Netzteil sein mag, für den Lang- und Mittelwellenempfang ist es untauglich. Ebenfalls untauglich ist dieser Bereich zum Hören von sogenannten DX-Stationen. Dafür sind diese beiden Bereiche einfach viel zu unempfindlich. Auch eine Langdrahtantenne mit zusätzlichem Preselector brachte nur geringfügige Verbesserungen.

b) Kurzwelle
Der Uniden zeigt hier bei guter Empfindlichkeit bis ca. 13 MHz sehr stark seine Neigung zu Übersteuerungen, sogar mit eingebauter Teleskopantenne. Man kann dies zwar mitunter mit dem geräteigenen Preselector ausgleichen, doch ist die Abstimmung desselben sehr schwierig und auch mit Vorsicht zu genieren. Denn nicht alles, was man anschliessend hört, ist auch echt. Diese Einrichtung besitzt zwei Maxima, und eins davon bringt uns nur Spiegelfrequenzen an den Lautsprecher: Ferner ist ein sehr genaues Abstimmen nötig, denn der Preselector ist sehr steilflankig. Unser Vergleichsgerät bot ausserdem auf der Kurzwelle ein besseres Klangbild als der Uniden; beim Testgerät sind sehr stark die Hintergrundgeräusche aufnehmbar, Abhilfe kann hier ein Abschwächer bringen. Im Tropenband hatte unser CR 2021 auch grosse Schwierigkeiten, mit dem Vergleichsgerät mitzuhalten, trotz Bandbreitenschalter.
Nicht nur eine bekannte Electronikzeitschrift machte den berühmten Trennschärfentest zwischen RTL Luxemburg und dem Bayerischen Rundfunk auf 6090 bzw. 6085 kHz, sondern auch wir. Doch waren die KURIER-Tester hier etwas weniger erfreut als die Redakteure dort. Hier wurde die Trennscharfe mit Spitzenempfängern verglichen und diese Meinung können wir absolut nicht teilen. Wir wurden die Trennscharfe als befriedigend und für ein Gerät dieser Preisklasse als normal einstufen. Wie sooft bei tragbaren Geräten lässt auch heim Uniden CR 2021 die Empfindlichkeit in den oberen Bändern merklich nach. Man kann allerdings mit einer Außenantenne hier wieder viel wettmachen.

c) SSB
Im grossen und ganzen waren wir mit der Empfangs- und Wiedergabequalität des SSB-Teils zufrieden. Angenehm fiel hier der grosse SSB/CW Fine-Tune-Knopf auf. Mit ihm kann man die empfangenen Stationen ziemlich fein einregeln. Für das Hören der Funkamateure ist das SSB-Teil des Uniden allemal gut.

Abschlussbewertung
Was man auch immer mit der grossen Ähnlichkeit dieses Gerätes mit dem Sony ICF 2001 bezwecken wollte, so ganz kommt dieser Empfänger nicht an ihn heran. Sei es von der Empfangsleistung her gesehen, oder von den Spiegelfrequenzen, die sehr häufig auftreten. Wie heilt es in der Werbung: "Die Geräusche des Dschungels stammen heutzutage nicht immer von Tieren sie könnten auch von einem internationalen Nachrichtenempfanger herrühren". Und das Wort "Gerausche" ist manchmal gar nicht so verkehrt gewahrt worden. Ein "Empfangsgerät der Superlative mit bisher noch nicht dagewesenen Moglichkeiten", so wiederum die Werbung, ist es bestimmt nicht. Preis ca. DM 550.-

Bewertung
Empfindlichkeit MW / LW ausreichend; KW ausreichend bis befriedigend
Spiegelfrequenzsicherheit MW/LW gut; KW befriedigend

S-Meter ungenügend
Bandbreiten AM befriedigend
Frequenzstabilitat gut
Frequenzzähler gut
Grossignalverhalten befriedigend
Preselector gut, jedoch schwierig einzustellen
SSB-Betrieb befriedigend
Bedienbarkeit gut
UKW-Teil gut
Tonqualität ausreichend

Eignung als Reiseempfänger gut (geringes Gewicht 1,6 kg)

Stromaufnahme UKW Ruhestrom: 165 mA; UKW Signal (5 LEDs): 180 mA
KW Ruhestrom: 190 mA; KW Signal (5 LEDs): 200 mA
bei diesen Messungen war der Lautstärkeregler nicht aufgedreht, bei voller Lautstarke beträgt der Strom bis zu 500 mA

Dieses Gerät eignet sich mehr als Reiseempfänger als für zu Hause.

weitere Lektüre:
d: Uniden CR 2021, WRTH receiver tests, Larry Magne

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